„Nicht dein Ernst, oder? Es gibt die Angst vor dem Erbrechen?“.  So, oder so ähnlich sind die Reaktionen, wenn ich von Emetophobie spreche – der Fachbezeichnung der Phobie vor dem Erbrechen. Das zeigt mir jedes Mal, dass diese Krankheit noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und es deshalb so wichtig ist, darüber aufzuklären!

Logisch, sich übergeben zu müssen ist nie schön, doch für die meisten erträglich – geht es einem danach doch oft viel besser. Im Gegensatz zu Nicht-Phobikern, verspüren Emetophobiker jedoch keinen normalen Ekel oder Furcht, sondern erlebt das Erbrechen als existenziell bedrohlich. Eine physische “Alarmhaltung” des Körpers ist die Folge und geht oft mit Begleitsymptomen wie Herzrasen, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Orientierungslosigkeit, Schluckbeschwerden, Schweißausbrüche oder Übelkeit einher.

Was tun, wenn die pure Vorstellung des Übergebens Panikattacken auslöst oder wenn Verdauungsgeräusche, ein Hungergefühl, ein kurzes Husten ausreichen kann, um die Kettenreaktion der Angst loszutreten? Dann sollte gehandelt werden – leider ist das auf der rationellen Ebene oft nicht möglich. Denn wer unter der Angst vor dem Erbrechen leidet, weiß das die Angst davor unverhältnismäßig ist.

Doch Ängste werden stets vom Unterbewusstsein angetrieben – und dagegen ist der rationale Verstand machtlos. Betroffene achten beispielsweise ständig unbewusst auf Konfrontationen, die eine Übelkeit auslösen könnten. Deshalb meiden sie auch Veranstaltungsorte, wo sie einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sind, auf Betrunkene zu stoßen (z.B. Jahrmärkte, Betriebsfeiern oder Partys). Auch öffentliche Verkehrsmittel werden wegen der Angst vor Reiseübelkeit gemieden. Ebenso machen Emetophobiker eine großen Bogen um Restaurants, da man sich dort eine Lebensmittelvergiftung einfangen könnte. Besonders hart trifft es zudem Frauen, die einen Kinderwunsch haben. Denn Schwangere leiden häufig unter Übelkeit. Ein Teufelskreislauf, aus dem es ohne Hilfe kein Entrinnen gibt. Wie man sieht ist Emetophobie vielfältig.

Die Hypnose-Therapie ist hier ein wunderbares Hilfsmittel, denn sie greift direkt auf das Unterbewusste zu und kann das Gehirn mit positiven Bildern neuprogrammieren. Denn wie die Wissenschaftler mittlerweile wissen, zeigt sich jeder einzelne Gedanke in Form einer synaptischen Verbindung – je mehr „Gedanken der Angst vor dem Übergeben“ gedacht werden, desto größer wird die Datenautobahn der synaptischen Verbindungen zum Gehirn. Das heißt, je öfters ich Angst vor etwas habe, desto größer wird diese Angst. Mit Hypnose sorgen wir – einfach ausgedrückt – für mehr positive Gedanken, damit der Patient sein Leben wieder genießen kann!

Kurz und knapp: Was ist Emetophobie?

Es ist, die

  • Panik davor, sich zu übergeben – alleine oder im Beisein anderer
  • Panik davor, mit ansehen zu müssen wie andere Personen und/oder Tiere sich übergeben
  • Panik vor/bei jeglicher Konfrontation mit dem Thema (z.B. durch Medien, Gespräche, Erbrochenes, eigene Gedanken)

TEST- Leidest du unter Emetophobie?

(Dieser Test ersetzt nicht die Diagnose eines Arztes oder Heilpraktikers.)

  • Hast du Angst dich zu übergeben?
  • Kreisen deine Gedanken stets darum, wo, wie und wann du dich übergeben könntest?
  • Meidest du jegliche Medien, die dieses Thema thematisieren?
  • Meidest du Veranstaltungen, bei denen sich Menschen erbrechen könnten? Z.B. Jahrmärkte, Partys, Feiern, Shows
  • Hast du Angst vor einer Magen-Darm-Grippe?
  • Bist du bei Magengrummeln, Aufstoßen oder Völlegefühl nervös?
  • Besitzt du Antibrechmittel und nimmst es immer mit?
  • Isst du auswärts?
  • Isst du abgelaufene Lebensmittel?
  • Meidest du Krankenhäuser, um dich nicht bei Kranken anzustecken?
  • Nimmst du Fehlzeiten auf der Arbeit oder in der Schule, Uni aufgrund deiner Angst vor dem Erbrechen in Kauf?
  • Meidest du öffentliche Verkehrsmittel aufgrund der Angst vor Reiseübelkeit?
  • Meidest du Schwangere, weil diese sich häufig übergeben?
  • Sagst du Verabredungen wegen Übelkeit ab?

Wenn du die meisten Fragen mit „ja“ beantwortet hast, kann das ein Hinweis auf Emetophobie sein. Bitte hole dir noch die Meinung eines Arztes oder Heilpraktikers ein. Gerne kannst du mich auch anschreiben oder anrufen – meine Kontaktdaten findest du hier.