Die herkömmliche Heilkunst längst vergangener Jahre ging nicht gerade zimperlich mit den Patienten um: Wer ernsthaft erkrankte, musste sich beim Arzt seines Vertrauens oftmals schmerzhaften Eingriffen unterziehen: Aderlässe, Abführkuren, oder auch mit Giften, wie Blei, Arsen und Quecksilber versetzte Medikamente, führten nicht immer zum gewünschten Erfolg. Viele Patienten verstarben zu dieser Zeit nicht an ihrer Erkrankung, sondern an den Folgen des Eingriffs.

Das erkannte der aus Meißen stammende Arzt Samuel Hahnemann. Ende des 18. Jahrhunderts widmete er sich als praktischer Arzt vor allem pharmazeutischen Büchern und entdeckte die Schriften zur Arzneimittellehre des Schotten William Cullen. Dieser beschrieb beispielsweise die heilende Wirkung von Chinarinde bei an Malaria erkrankten Patienten. Weil Hahnemann überaus kritisch mit diesen Informationen umging, startete er den Selbstversuch und nahm selbst für einige Tage regelmäßig “gute China” zu sich. Die Symptome notierte er und stellte fest, dass diese einer Malaria überaus ähnlich waren. Für ihn begann damit eine jahrelange Forschungsarbeit. Er wollte wissen, ob pflanzliche Stoffe, wie Extrakte oder Gifte, bei einem Gesunden genau die Symptome auslösen, unter der ein Kranker leidet. Und – wenn dem so ist: Könnten genau diese Inhaltsstoffe eine Erkrankung heilen?

Hahnemanns Studien dauerten insgesamt sechs Jahre. 1796 veröffentlichte er die ersten Ergebnisse und legte damit die Grundlagen zur heute bekannten Homöopathie – die Lehre, dass Gleiches mit Gleichem geheilt werden kann (homoios = ähnlich, pathos = Leiden).

Die Homöopathie gehört als eigenständige Therapieform zu den alternativen Behandlungen, die stets dem ganzheitlichen Ansatz folgen. Sie ist in ihrer Wirkung schonend und wird individuell auf das Leiden und/oder die Erkrankung des Einzelnen abgestimmt. Für den nachhaltigen Erfolg einer homöopathischen Therapie ist es wichtig, aus den rund 2.500 Arzneimitteln das exakt passende Präparat zum Gesamtbild der Erkrankung und, nicht zuletzt, des Patienten zu finden. Die Hauptkriterien umfassen auch körperliche Reaktionen sowie Gemütszustände. In meiner Praxis nehme ich mir Zeit für Sie. Eine umfassende Anamnese ist unerlässlich, um aus dem beschriebenen Beschwerdebild mit seinen Symptomen die dazugehörige Substanz zu finden.