Sie machen sich Sorgen, weil sich Ihr Kind irgendwie anders verhält, als sie ihr Kind kennen?

Aus Kinderärztlicher Sicht ist alles in Ordnung? Aber die Symptome bleiben?

Dann sind Sie bei mir mit Ihrem Kind an der richtigen Stelle.

Ich behandle Kinder und Jugendliche, die an Symptome leiden, bei denen es keine körperlichen Ursachen gibt. Für das Unwohlsein und die Symptome Ihres Kindes gibt es viele mögliche Gründe und Ursachen, häufig liegen hinter diesen Symptomen auch Ängste.

Leidet Ihr Kind an einem oder mehreren folgenden Symptomen?

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel / Kreislaufprobleme / Panikattacken
  • Unwohlsein in der Schule /Schulverweigerung
  • Schlafprobleme
  • keine Lust mehr, mit Freunden zu spielen

Gründe und Ursachen für diese Symptome bei Kindern können sein:

Die Bewältigung emotionaler Belastungen stellt uns Menschen regelmäßig vor enorme Hürden. Erwachsenen fällt es nicht leicht, auslösende Probleme zu erkennen und zu definieren, um sie angehen zu können. Für Kinder und Jugendliche ist es fast immer eine Unmöglichkeit.

Nicht nur die fehlende, eigene Fähigkeit, Ursachen zu erkennen, blockiert lange Zeit eine erfolgreiche Hilfe und Therapie. Kinder und Jugendliche versuchen in der Regel, ihre Probleme zu verstecken, sie zu überspielen und zu überdecken.

Das psychische Ungleichgewicht wird jedoch irgendwann zu einem physischen Spektrum: Die belastete Seele gibt körperliche Alarmzeichen an den Organismus und die Außenwelt. Bauch- und Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlafstörungen – all das sind bei Kindern und Jugendlichen sichtbare Zeichen eines unsichtbaren Leidens. In vielen Fällen kommt es zu einem sozialen Rückzug. Betroffene Kinder wirken in sich gekehrt, traurig und verlieren immer mehr an Selbstwertgefühl. Eine gefährliche Spirale, die unbehandelt zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und Problemen führt.

Ich habe nachfolgend einige Fälle aus meiner Praxis zusammengestellt. Sie sollen zeigen, wie kompliziert und manchmal diffus bei Kindern und Jugendlichen die psychischen Hintergründe von objektiv physischen Beschwerden sein können.

Schulangst

Hinter den Bauchschmerzen und der Übelkeit liegt bei Kindern oft der Leistungsdruck, Prüfungs- oder Versagensängsten, Mobbing oder sie fürchten sich vor einem Lehrer. Kinder mit einer Schulangst ziehen sich sozial häufig zurück, sind oft traurig und in sich gekehrt.

Ein wirklich “früher Vogel” war Leon noch nie. Er brauchte morgens immer seine Zeit, um aus dem Bett zu kommen und sich auf die Schule vorzubereiten. Aufstehen, Bad, Frühstück – all das funktionierte bei dem Zwölfjährigen zwar langsam, aber problemlos.

Irgendwann wurde für Leon aus dem behutsamen Tagesauftakt ein zunehmend sicht- und spürbarer Leidensweg. Der Junge zögerte das Aufstehen hinaus. Hinzu kamen Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und schlaflose Nächte.

Der Kinderarzt stellte Leon buchstäblich auf den Kopf. Am Ende fand er keinen Hinweis auf eine körperliche Erkrankung. So glücklich dieses Ergebnis auch war – Leons Probleme dauerten an und verstärkten sich sogar. Sein Arzt vermutete schließlich psychische Belastungen, mit denen Leon zu kämpfen hat und die Ursache seiner körperlichen Symptomen waren.

Mit dieser Diagnose lag der Medizinier genau richtig. Leon litt an Schulangst. Er kam mit einem Lehrer nicht klar, hinzu kamen Probleme im Umgang mit Mitschülern.

Diese Belastungen wirkten sich mehr und mehr auf das Allgemeinbefinden des Jungen aus. Der Körper reagierte mit Warnsignalen auf die unverarbeiteten und nicht formulierten Schwierigkeiten. In diesem Fall ist eine psychologische Hilfe sinnvoll und unumgänglich. Behutsam müssen die Auslöser, gemeinsam mit Julian, herausgefunden und bewältigt werden. Für eine nachhaltige Therapie bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, die eigenen Kräfte zur Bewältigung zu stärken. Gute Erfolge bietet beispielsweise eine Hypnosetherapie.

Schulphobie

Eine Schulphobie äußert sich auch häufig in Bauch- oder Kopfschmerzen bis hin zu Panikattacken. Tatsächlich aber gehen diese Kinder gerne zur Schule. Das klingt erst einmal widersprüchlich. Unter der Schulphobie liegt meist eine Trennungsangst und diese entsteht durch die Trennung von einer bestimmten Bezugsperson, häufig nach der Einschulung oder einem Schulwechsel.

Die Grundschule war für Yvonne ein buchstäbliches Kinderspiel. Die Zehnjährige gehörte zu den Besten ihrer Klasse. Entsprechend waren sich sowohl Lehrer als auch Eltern einig: Yvonne wird ihre schulische Laufbahn an einem Gymnasium fortsetzen. Ein Glücksfall, denn die neue Schule befand sich im selben Ort wie die bisherige Grundschule.

Die ersten Tage nach den Sommerferien verliefen problemlos. Yvonne war offenbar gut in der neuen Schule angekommen. Hinzu kam, dass vier ihrer Freundinnen ebenfalls mit in der Klasse waren.

Nach einiger Zeit fiel den Eltern jedoch auf, dass ihre Tochter nicht mehr gern zur Schule ging. Das morgendliche Aufstehritual wurde hinausgezögert, immer wieder suchte das Mädchen nach Schulsachen, manchmal schaffte es Yvonne gerade noch zum Bus. Zur Unlust in Sachen Schule klagte Yvonne über Bauchschmerzen und Übelkeit. Die traten vor allem abends oder morgens, kurz vor der Schule, auf.

Ein Besuch beim Kinderarzt brachte kein Ergebnis: Yvonne fehlte nichts, sie war körperlich gesund. Der Arzt sprach Yvonne irgendwann auf die neue Schule an. Dabei fragte er sie, ob sie gern hingehen würde und sie sich schon eingefunden hätte.

Yvonne erklärte, dass sie keine Probleme in der Schule habe, ihr aber der Abschied von Zuhause immer schwer falle. In der Grundschule sei das nicht so gewesen, aber seit dem Schulwechsel spüre sie eine zunehmende Belastung.

In der Psychologie spricht man in diesem Fall von einer Schulphobie. Betroffene Kinder belastet die Trennung von der häuslichen Umgebung und/oder der Bezugsperson. Die Probleme treten häufig nach der Einschulung oder dem Schulwechsel auf.

Angst vor dem Erbrechen (Emetophobie)

Oft leiden Kinder mit den Symptomen einer Schulangst oder einer Schulphobie in Wahrheit an einer Emetophobie. Die Emetophobie beschreibt die Ängste, sich selbst zu erbrechen oder mit ansehen zu müssen, wie andere Personen sich übergeben. Jegliche Konfrontation mit dem Thema kann eine Panik auslösen, wodurch das Kind sich z.B. zurückzieht, um solche Situationen zu vermeiden.

Während andere Mädchen unbeschwert ins Freibad oder zum Shopping aufbrachen, war, so schien es, die Spontanität für Jessy immer mehr ein Problem. Was anfangs ein “Must have” war, entwickelte sich für die Siebzehnjährige seit einiger Zeit zu einer ungeliebten Pflichtveranstaltung. Entweder mit Kopfschmerzen, Lustlosigkeit oder aber Müdigkeit blieb sie immer häufiger zuhause, als mit ihren Freundinnen durch die Läden zu ziehen.

Die zunehmende Vermeidung von Kontakten mündete in einen regelrechten Rückzug. Jessy verzichtete auf ihr liebgewonnene Tätigkeiten, schloss sich in ihrem Zimmer ein und änderte im Laufe der Zeit sogar ihr Essverhalten. Ihr Hausarzt äußerte schließlich den Verdacht auf eine Angsterkrankung.

Im Laufe der psychotherapeutischen Diagnostik stellte sich heraus, dass Jessy an einer Emetophobie litt. Sie hatte Angst davor, dass andere sich in ihrer Gegenwart übergeben könnten, oder sie selbst erbrechen muss.  Aus diesem Grund zog sie sich mehr und mehr aus dem Alltag zurück.

Ein gewisses Maß an Empathie ist gerade für Kinder und Jugendliche wichtig. Sie sollten einerseits wissen, wie wertvoll sich Mitgefühl auf andere auswirkt und gleichzeitig Mitgefühl zulassen können. Das hilft bei der Verarbeitung eigener Probleme und stärkt die Gemeinsamkeit.

Einigen Menschen versetzen sich allerdings zu sehr in andere oder sich selbst hinein. Sie entwickeln eine spezifische Angst vor einem negativen Ereignis, das – wenn überhaupt – überaus selten eintritt. Die Emetophobie beschreibt die Angst vor dem Erbrechen. Betroffene haben Panik davor, sich selbst in der Öffentlichkeit übergeben zu müssen, oder aber Zeuge eines entsprechenden Ereignisses bei anderen zu werden.

Auf Kinder und Jugendliche wirkt die Emetophobie besonders belastend. Sie können Ängste nur schwer zulassen, geschweige denn, formulieren. Hinzu kommt die Scheu davor, über ein Problem zu sprechen, von dem sie glauben, andere würden es als unwichtig abtun oder nicht ernstnehmen.

Eingebunden in die alltäglichen Verpflichtungen von Schule und sozialem Alltag mit Freunden wird die Phobie zu einem immer stärker belastenden, psychischen Gepäck. Auf der einen Seite stehen die so gern und häufig wahrgenommenen Unternehmungen, auf der anderen Seite bremst die Angst vor dem nicht Greifbaren das Leben immer mehr aus. Die Gedanken daran können Panik auslösen und das Kind dazu bewegen, sich mehr und mehr zurückzuziehen.

Angst zu ersticken oder eingesperrt zu sein (Klaustrophobie)

Kinder, die an Klaustrophobie leiden fürchten sich, wenn sie sich eingeengt fühlen wie z.B. in einem engen Raum oder in großen Menschenmassen. Die Panik löst Gefühle wie zum Beispiel keine Luft mehr zu bekommen oder zu ersticken aus. Schon die Vorstellung, eingesperrt zu sein oder ersticken zu können, löst Furcht und Panik aus.

Julian hatte sich, wie immer, auf den Wochenendeinkauf gefreut. Die Reise durch den Supermarkt war für den Fünfjährigen eine spannendes und freudiges Ereignis. Vor allem, weil er sich zum Ende eine Kleinigkeit aussuchen durfte: Ob Eis, Comic oder Spielzeugauto – Julian hatte stets die sprichwörtliche Qual der Wahl.

So auch an diesem Samstag. Rückblickend ging alles recht schnell: Die Einkäufe waren erledigt, die Waren an der Kasse bezahlt, und Julian war mit seiner Mutter auf dem Weg zum Aufzug in Richtung Parkhaus. Der Fünfjährige lief ein paar Meter vor, schlüpfte gerade noch in die leere Fahrstuhlkabine und wartete. Plötzlich schlossen sich die Türen. Julian war allein im Aufzug, eingeschlossen und gefühlt hilflos auf dem Weg zum Parkdeck.  Kunden fanden den weinenden Fünfjährigen und brachten ihn zurück zu seiner ebenso verzweifelten Mutter.

Es ist die Urangst, die in uns allen steckt: Eingesperrt und dem Geschehen hilflos ausgeliefert zu sein, einen Raum oder eine Situation nicht sofort verlassen zu können. Diese Existenzangst kann durch einen bestimmten Auslöser zu einer Phobie werden. Im Falle von Julian war es der Aufzug, der sich, für den kleinen Mann unkontrolliert und übermächtig, in Bewegung setzte.

Seit diesem Ereignis hatte sich das Leben des Fünfjährigen von Grund auf verändert. Aufzüge waren seitdem tabu. Zum Schlafen musste stets die Zimmertür geöffnet bleiben. Selbst beim Tankstopp konnte Julian nicht mehr allein im Auto bleiben, während seine Eltern bezahlten.

Das Erleben und Verarbeiten eines solchen Ereignisses ist unterschiedlich. Manchmal bleiben die Probleme, wie bei Julian, von Anfang an bestehen und werden ausgeprägter. Die Ängste nehmen Einfluss auf den Alltag, das Zusammensein mit Freunden und die Schule.

In anderen Fällen verdrängen betroffene Kinder zunächst das Erlebnis. Irgendwann treten die unverarbeiteten Belastungen jedoch wieder in den Vordergrund. Ausgelöst durch einen sogenannten Trigger, eine emotionale oder auch greifbare Momentaufnahme. Betroffene klagen über körperliche Symptome, wie Unkonzentriertheit, Kopf- oder Bauchschmerzen. Viele ziehen sich zurück oder meiden Kontakte oder Situationen.  Bleiben die Probleme unbehandelt, kann es zu einem sozialen Rückzug und sogar zu Depressionen kommen.

Essstörung (Magersucht/Bulimie)

Essstörungen wie Magersucht und Bulimie können bereits im Kindesalter auftreten.

Das Kind nimmt den eigenen Körper anders wahr, als er tatsächlich aussieht. Werden diese Eindrücke von schulischen “Wettbewerben”, wie “Wer wiegt wieviel?” oder “Wer ist der/die Dünnste in der Klasse?” begleitet, bekommen die falschen Eindrücke von sich selbst neue Nahrung. Häufig leiden Kinder mit starkem Gewichtsverlust aber tatsächlich an der Angst sich zu erbrechen und die Gewichtsabnahme ist ein Symptom Ihrer Phobie.

“Spieglein, Spieglein an der Wand…”, fragte einst die böse Königin bei Schneewittchen. Längst hat die Frage die Märchenwelt verlassen und Einzug in den sozialen Alltag vieler Teenager gehalten. Bei einigen jungen Mädchen wird das Aussehen nicht nur zu einer optischen Herausforderung, sondern vermehrt zu einem psychischen Problem. Vor allem dann, wenn das Erreichen angeblicher Schönheitsideale in einen Wettbewerb mit anderen ausartet.

Petra war ein hübsches Mädchen, das auf ihr Äußeres achtete und sich stets modisch kleidete. Niemals übertrieben, aber stets zu ihrer Persönlichkeit passend und dem Anlass angemessen. Irgendwann veränderte sich die Fünfzehnjährige: Sie verlor sichtbar an Gewicht, beschwerte sich häufig über das Essen, oder ließ Mahlzeiten ganz ausfallen. Immer öfter bemängelte Petra ihr Aussehen, fand sich selbst zu dick, obwohl sie immer weniger auf die Waage brachte.

Nachdem der Hausarzt organische Ursachen ausgeschlossen hatte, versuchte man das Problem psychologisch anzugehen. Mit Erfolg.

Essstörungen haben viele Gesichter. In den meisten Fällen wird Schlanksein zum erklärten Ziel Betroffener. Dabei verlieren sie sehr schnell die Fähigkeit, normale Situationen und Eindrücke, wie Nahrungsaufnahme, Gewicht und Figur, sachlich und objektiv zu bewerten.

Die Störungen treten bereits im Kindesalter auf. Betroffene nehmen den eigenen Körper anders wahr, als das Bild aus der Realität. Kommen “Wettbewerbe” nach dem Motto “Wer wiegt wieviel?” oder “Wer ist der/die Schlankste in der Klasse?” hinzu, verändern betroffene Kinder und Jugendliche ihr Essverhalten und die eigene Wahrnehmung. Gewichtsverlust, häufig auch die Angst vor dem Erbrechen (Emetophobie), sind deutliche Symptome.

Die körperlichen Anzeichen sind dominierend. Bei Gewichtsabnahme oder ständiger Übelkeit liegt der Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung nah. Doch die Symptome sind lediglich Warnsignale einer tieferliegenden Problematik.

Das gilt sowohl für die Magersucht, also die Furcht vor einer übermäßigen Gewichtszunahme, als auch die Bulimie (Bulimia nervosa), die mit Heißhungerattacken, gefolgt von selbst ausgelöstem Erbrechen einhergeht. Vor allem die Bulimie zeigt im Laufe der Zeit weitreichende, körperliche Symptome und sekundäre Erkrankungen, wie Zahnschäden, Antriebslosigkeit oder Nierenprobleme.

Ziel der Therapie einer Essstörung bei Kindern und Jugendlichen ist es, das Selbstwertgefühl zu stärken. Ein verändertes Essverhalten hin zur Normalität kann langfristig nur durch das eigene, überzeugte Verhalten herbeigeführt werden.

Schüchernheit

Schüchternheit ist teil­weise angeboren. Generell lässt sich sagen, dass schüchterne Kinder ein eher zurückhaltendes Temperament haben und sie schneller aufgeregt sind, als andere Kinder.  Auch eine Veränderung der Lebensumstände kann bewirken, dass Schüchternheit entsteht: der Eintritt in den Kindergarten, Umzug, Schulwechsel etc. Schüchterne Kinder beobachten lieber, meiden Blickkontakt und antworten auf Fragen nicht oder sehr leise. Im Unterricht sind sie auffallend ruhig und unsicher. Ursachen sind häufig ein zu geringes Selbstwertgefühl und die Angst vor Kritik, wodurch sich die Unsicherheit des Kindes in vereinzelte Freundschaften und sozialem Rückzug äußern kann. Diese Kinder können in ihrer Entwicklung im sozialen Bereich verzögert sein.

Soziale Ängste (Sozialphobie)

Soziale Ängste entstehen häufig aus der Schüchternheit heraus.

Verbergen sich hinter der Schüchternheit Ängste, wie etwa zu versagen oder abgelehnt zu werden, dann kann das im Entwicklungsverlauf problematisch werden. Die Angst vor Blamage und dem Scheitern kann sich bis zur Phobie, d.h. zu irrationalen Ängsten und bis zur Panikattacke steigern. Oft spielen belastende Erlebnisse aus der Kindheit eine Rolle.

In der Grundschule galt Sebastian als Klassenclown. Mit seinem Sinn für Blödsinn und den teilweise schlechten Scherzen ging er seinen Mitschülern und auch Lehrern manchmal gehörig auf die Nerven. Dennoch mochten sie ihn. Sein Charakter und sein Witz lockerten den manchmal trüben Schulalltag auf.

Nach dem Schulwechsel ging Sebastian zur Realschule. Die neue Klasse setzte sich aus einigen ehemaligen Mitschülern, zum großen Teil aber aus Schülern anderer Ortschaften zusammen. Vor allem war die Klassenstärke von einst überschaubaren 15 Schülerinnen und Schülern in der Grundschule auf nunmehr 26 gewachsen. Sebastian fand sich anfangs, so schien es, gut ein. Doch selbst den ehemaligen Mitschülern und Freunden fiel auf, dass er sich veränderte.

Aus dem einst offenen und witzigen Jungen wurde mehr und mehr ein unauffälliger Mensch. Im Unterricht beteiligte sich Sebastian kaum, an der Tafel brachte er kaum einen Ton heraus. Das wirkte sich immer mehr auf seine Leistungen aus.

Eine “gesunde Zurückhaltung” ist nicht behandlungswürdig. Nicht jeder Mensch ist zum beschriebenen “Klassenclown” geboren. Problematisch wird es, wenn die Schüchternheit zu nachlassender Aktivität im Unterricht, einem persönlichen Rückzug von Freunden und einem mehr und mehr fehlenden Selbstwertgefühl führt. Betroffene Kinder zeigen nicht selten Entwicklungsstörungen, fehlendes Interesse und einen deutlichen Leistungsverlust.

Aus der Schüchternheit entwickeln sich häufig soziale Ängste. Es handelt sich um Ängste vor Ablehnung oder Versagen.

So war es auch bei Sebastian. Die Schule wurde für den Dreizehnjährigen immer mehr zu einem Spießrutenlauf. Sebastian klagte häufig über Bauchschmerzen und Unwohlsein, wachte nachts oft auf und hatte auch kein Interesse mehr an Unternehmungen mit seinen Freunden.  Die Furcht vor dem Versagen und der Blamage vor anderen wurde immer ausgeprägter.

Auch diese irrationalen Ängste manifestieren sich als Phobie. Ursache sind nicht selten Erlebnisse und/oder Erfahrungen aus der Kindheit. Manchmal sind es auch unverarbeitete Belastungen aufgrund von Veränderungen, wie beispielsweise ein Umzug oder ein Schulwechsel.

Trennungsangst

Die Kinder empfinden starken Stress, wenn sie von ihrer gewohnten Umgebung oder von meistens den Müttern getrennt werden. Verabschiedungen können sich durchaus dramatisch gestalten. Kindern können so verzweifelt sein, dass sich der Abschied hinauszieht, und die Trennung dann noch schwieriger wird. Wenn die Bezugsperson weg ist, hat das Kind die übermäßige Sorge, dass ihm oder seinen Eltern etwas zustoßen könnte. Die Kinder weigern sich mit auf Klassenfahrt zu gehen, Freunde zu besuchen oder woanders zu übernachten. Hinzu kommen Probleme beim Zubettgehen. Alleine zu schlafen scheint unmöglich.

Die Trennungsangst steht als Oberbegriff für eine Vielzahl spezifischer Ängste bei Kindern und Jugendlichen, verbunden mit Orten oder Ereignissen. Allen zugrunde liegt die Angst vor einer Trennung aus dem gewohnten und vertrauten Umfeld. Betroffene haben zum Beispiel Angst vor Ausflügen mit der Schule oder dem Übernachten außerhalb des eigenen Zuhauses.

Bereits sehr früh äußern sich diese Ängste, wenn Kinder nicht bei den Großeltern schlafen möchten. Weitaus schwieriger wird es, wenn die ersten Lesenächte in der Grundschule mit Übernachtung auf Ablehnung stoßen. Auch Klassenfahrten stellen für Kinder und Jugendliche mit Trennungsangst eine besondere Hürde dar.

Die emotionalen Belastungen beginnen bereits weit vor dem eigentlichen Ereignis und entwickeln sich langsam und schleichend. Die Probleme äußern sich in körperlichen Symptomen, die von Eltern und nicht selten auch vom Kinderarzt zunächst mit einer organischen Erkrankung in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören Übelkeit, Unwohlsein, Schmerzen sowie Einschlaf- und Durchschlafprobleme. Doch Kinder und Jugendliche erleben eine regelrechte Stresssituation. Denn begleitend zur belastenden Trennung kommt die Sorge hinzu, dass den Eltern in der Zeit des Getrenntseins etwas zustoßen könnte.

Die Trennungsangst gehört übrigens zur Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, ICD, und wird dort in Entwicklung und Ausprägung genau definiert. Die Furcht vor Trennung stellt hierbei den zentralen Kern der Ängste und Belastungen dar.

Eine besondere Form der Trennungsangst, die zudem einen erheblichen Eingriff in den Alltag darstellt, ist die…

Zukunftsangst

Bei der Zukunftsangst entsteht die Angst vor negativen Geschehnissen in der Zukunft, die das Kind gefühlt nicht verhindern kann. Dabei reicht die negative Einstellung und Vorstellung im Kopf, um eine Panik auszulösen. Oft wird diese Angst durch ein negatives Ergebnis aus der Vergangenheit bestärkt.

Die berufliche Zukunft wurde Christine sprichwörtlich in die Wiege gelegt: Ihr Vater Internist, die Mutter Neurologin. Da lag es nahe, dass die Tochter nach der Schule mit bestem Abi in der Tasche auch den medizinischen Weg einschlagen wird.

Bis dahin waren es noch zwei Jahre am Gymnasium. Anspruchsvolle Jahre, denn die Anforderungen in Christines Leistungsfächern wurden nicht weniger. Der Teenager war fleißig, Christine lernte ordentlich und hatte keine großen Schwierigkeiten, den schulischen Erwartungen gerecht zu werden.  Das änderte sich allerdings in der elften Klasse.

 

Christines Leistungen ließen spürbar nach. Die Schule machte ihr keinen Spaß mehr. Vor allem ließ der Fleiß für gute Noten nach. Sie entwickelte körperliche Symptome, fühlte sich verunsichert, machte sich Sorgen vor der Zukunft und den mit dieser verbundenen Plänen. Das äußerte sich vor allem in körperlichen Beschwerden, wie Unruhe, Schlaflosigkeit und allgemeinem Unwohlsein.

Die Ungewissheit vor Künftigem wird für Kinder und Jugendliche nicht selten zu einer gefühlten Bedrohung. Allein die Vorstellungen können Panikattacken auslösen. Oft wird die Angst durch eine negatives Erlebnis aus der Vergangenheit ausgelöst oder verstärkt. Daher ist bei der Therapie eine individuelle Herangehensweise überaus wichtig.

Psychosomatische Symptome und Ängste bei Kindern

Therapie

Den wirklichen Grund für die Beschwerden herauszufinden, das ist der erste Schritt.

Für Kinder und Jugendliche möchte ich, teils in Zusammenarbeit mit den Eltern, das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein des betroffenen Kindes stärken und vorhandene traumatische Erlebnisse auflösen. Dabei ist die Hypnosetherapie ausgesprochen effektiv und eine der besten Möglichkeiten Problemstellungen psychotherapeutisch zu bearbeiten. Ich arbeite hier mit unterschiedlichen Methoden, abhängig vom Alter der Patienten. Das können Fantasiegeschichten sein oder Rollenspiele, die Kinder und Jugendliche in das Unterbewusstsein führen, wo die Ursachen für die Symptome liegen. Unterstützend setze ich Ohrakupunktur, Bioresonanz und natürliche pflanzliche Wirkstoffe ein.

Kontakt

Ich nehme mir ausführlich Zeit, um die Ursachen für die psychosomatischen Beschwerden herauszufinden und diese mit der passenden und kindgerechten Methode zu behandeln. Nehmen Sie gerne für ein erstes Gespräch oder einer Beratung mit mir Kontakt auf.

Am einfachsten vereinbaren Sie einen Termin telefonisch.
Das Telefon ist wochentags von 8:00 – 18:00 Uhr besetzt.

Telefon:  +49 211 24 7015 75

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