Die berühmten “Schmetterlinge im Bauch” – bei einigen Menschen sind sie erneut oder immer noch sehr aktiv. Andere wünschen Sie sich sehnlichst zurück. Und bei wieder anderen haben die bunten Herzensfalter gerade eine harte Landung hinter sich gebracht. Liebeskummer. Betroffene fühlen sich – im wahrsten Sinne des Wortes – emotional am Boden zerstört. Hilfe scheint nicht möglich, und gute Ratschläge von Freunden und Bekannten stoßen auf eine Wand aus Ablehnung und taube Ohren. Doch es gibt Möglichkeiten, die Zeit nach einer Trennung besser zu verarbeiten.

 

Liebeskummer ist eine seelische Krise

Nur in seltenen Fällen ist ein Liebesaus die Folge einer beiderseitigen, einvernehmlichen Entscheidung. Meist entscheidet lediglich eine Seite, aus dem bestehenden Konstrukt einer Partnerschaft auszubrechen und das Vertraute, Gemeinsame aufzugeben. Ob als Folge einer schon länger kriselnden Beziehung oder vollkommen überraschend – für die andere Hälfte bricht eine Welt zusammen. Liebeskummer beschreibt den Zustand, mit dem Partner oder der Partnerin noch längst nicht abgeschlossen zu haben. Es ist eine seelische Krise, die sich nachhaltig auf den Alltag und das bestehende, soziale Umfeld Betroffener auswirken kann.

Und genau dieses Umfeld würde nur allzu gern helfen. Nur lässt der von Liebeskummer erfüllte Mensch kaum jemanden an sich heran. Er oder sie durchlebt Zeiten aus Hass, Schmerz, Verzweiflung und Ziellosigkeit. Ein ganz persönliches Erleben, das allerdings nach bestimmten Mustern verläuft. Wer sie versteht, für den ist ein Ende des Liebeskummers absehbarer und leichter zu realisieren.

 

Phasen nach der Trennung

Die Psychologie hat Trennungen nach Beziehungen in vier Phasen unterteilt. Diese Phasen werden durch verschiedene, individuelle Faktoren mehr oder weniger stark geprägt. Dabei können die Häufigkeit von Trennungen ebenso eine Rolle spielen, wie die Stärke des Erlebens sowie miteingebrachte Erfahrungen aus der Kindheit.

 

Ist es wirklich so?

Wer mit der Trennung konfrontiert wird, steht zunächst vor einem Scherbenhaufen. Man möchte nicht glauben, dass der Mensch, mit dem man lange Zeit glücklich war, den gemeinsamen Weg mit all seinen Zukunftsplänen und Vertrautheiten “einfach so” aufgibt. Betroffene schwanken zwischen Verzweiflung und Erwartung. Denn zunächst bleibt ein kleiner Funken Hoffnung, der Partner oder die Partnerin könnte es sich noch einmal anders überlegen. Neben dem emotionalen Tief, das es zu überwinden gilt, verliert man sich in falsch interpretierten Handlungen und Zeichen des Ex-Partners. All das ist nicht nur kräftezehrend; man verschenkt auch Energie, die man für sich selbst so dringend benötigt, aus dem emotionalen Loch herauszukommen.

 

! Mein Tipp:

In dieser Trennungsphase helfen zwei Dinge: Das persönliche Eingeständnis, dass es vorbei ist, sowie Gespräche, beispielsweise mit engen Freunden oder der Familie. Hierbei darf und muss über alles gesprochen werden, was bewegt, verärgert, unverständlich ist, aber gleichzeitig auch Hoffnung macht. Die Gespräche sollten keinesfalls “im stillen Kämmerlein” ablaufen. Ein neues Umfeld, Ablenkung und ein Ausbruch aus Bewährtem machen das persönliche Öffnen und sich Offenbaren im Liebeskummer leichter. Noch etwas: Keinesfalls empfehlenswert ist der Kontakt zum oder zur “Ex” – ganz gleich, auf welchem Weg.

 

Gefühlschaos pur

In dieser Phase realisieren Betroffene die Trennung als gegeben und unumkehrbar. Eine weitere Gefahr, emotional zu verzweifeln. Die Gefühle fahren Achterbahn: Trauer, Wut, Schmerz, aber auch Hoffnung und Zuversicht, gehören zum täglichen Erleben. Diesen Emotionen ist man hilflos ausgeliefert, obwohl man die Trennung längst akzeptiert hat.

 

! Mein Tipp:

Genau diese Akzeptanz, das Liebesaus zu begreifen und sich immer wieder bewusst zu machen, ist in dieser Phase der wichtigste Schritt heraus aus dem Liebeskummer. Auch hier helfen Gespräche. Wer mag, sollte jetzt ein Tagebuch beginnen und seine Gedanken und Emotionen zu Papier bringen. Wer schreibt, arbeitet strukturiert(er) und formuliert überlegter. Dabei kann der Ex-Partner auch angesprochen werden – sozusagen als Blitzableiter der Seele.

 

Neue Ziele setzen

Eine positive Trennungsphase, welche am Ende des dunklen Tunnels des Liebesaus endlich wieder ein Licht erkennen lässt. Gedanken an den Ex-Partner sind natürlich weiterhin vorhanden, doch Schmerz und Trauer nehmen ab, und die Abstände der Erinnerung werden größer. Man spürt, das Leben bekommt endlich wieder einen Sinn. Man handelt mit neuer Energie und erkennt persönliche Ziele.

 

! Mein Tipp:

Genau hier setzt die Vorgehensweise an: Entscheiden Sie sich für völlig neue Dinge – Hobbys oder Aktivitäten – die Sie mit dem Ex-Partner niemals gemacht haben, oder die mit ihm oder ihr unmöglich waren. Das sich Öffnen für Chancen lässt neue Freunde, neue Fähigkeiten und neue Erfahrungen erkennen. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich irgendwo immer ein Fenster.

 

Aktiv in die Zukunft

Diese Phase schließt praktisch fließend an die vorherige an. Gemeinsames mit dem oder der “Ex” ist endlich Vergangenheit. Man hat das Gefühl, sein Leben wieder selbst im Griff zu haben und unabhängig in neue Erfahrungen zu starten. Aus dem überstandenen Liebeskummer entstehen neue Stärke und Erfahrung.

 

! Mein Tipp:

Jetzt sollten Betroffene besonders aufmerksam durchs Leben gehen und offen für Neues, Unerwartetes sein. Jede Sekunde ist entscheidend und erlebenswert. Denn sie ist ein Stück Zukunft, die jede Menge Überraschungen bereithält. Viele Menschen mit Liebeskummer begreifen auch ganz allmählich, dass die Trennung etwas Gutes hatte:

  • Eine neue Liebe wartet.
  • Ich habe mich selbst und meine Persönlichkeit neu entdeckt.
  • Ich habe erkannt, dass Bewährtes mit dem Ex-Partner nur mehr ein Ballast war.
  • Ich fühle mich frei.

Individuelle Unterstützung bei Liebeskummer

Nicht immer möchten sich Menschen in ihrem Liebeskummer an das direkte Umfeld wenden. So vertraut man mit Freunden und Familie auch umgeht, so verständlich ist auch, in seinem Gefühlschaos andere, vielleicht auch parallele Wege zu suchen.

Liebeskummer ist für viele Menschen mehr, als ein emotionales Erleben: Das Beziehungsaus droht, sich nachhaltig auf die Persönlichkeit und den Alltag auswirken. Genau dann ist es höchste Zeit, zusätzlich professionelle Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. In meinen Coachings entwickeln wir gemeinsam die besten Strategien, mit Schmerz und Hoffnungslosigkeit umzugehen. Im Mittelpunkt steht die Aktivierung eigener Stärken, die schließlich das Ende vom Aus bedeuten und dem Liebeskummer Einhalt gebieten.