Schulisch vermitteltes Wissen ist kein Selbstläufer. Lehrkräfte können lediglich Unterrichtsinhalte vermitteln. Wie schnell und in welcher Form sich das Gelernte verfestigt, ist individuell verschieden. Lernschwierigkeiten stellen Kinder, Jugendliche und Eltern vor eine große Belastungsprobe.

Schwierigkeiten beim Lernen haben nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Und nicht jedes Tief im Schulalltag deutet gleich auf ein behandelbares Problem hin. Erst, wenn die Lernschwierigkeiten bei Kindern über einen längeren Zeitraum andauern – Experten sprechen von drei Monaten – sollten Eltern professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Bei konkreten Lernproblemen helfen besondere Lerntherapien, die sich auf strukturelle Vorgehensweisen konzentrieren. Mit ihnen soll das Kind besser motiviert und dabei unterstützt werden, den Fokus auf besondere Techniken zu legen.

Doch viele Lernschwierigkeiten liegen tiefer und haben andere, emotionale Ursachen. Dazu gehören zwischenmenschliche Erlebnisse und Ängste, wie soziale, generalisierte und spezifische Phobien. Zu diesen gehören die Schulangst und die Prüfungsangst.

Sie sind häufig Folge von Lernschwierigkeiten. Insofern schließt sich hier ein Kreislauf. Denn wer in der Schule immer wieder Probleme mit dem Stoff bekommt, wird irgendwann verzweifeln und das Vermeidungsprinzip wählen. Schulangst äußert sich irgendwann in körperlichen Symptomen, wie Kopf- oder Bauchschmerzen. Inzwischen soll in Deutschland jeder fünfte Schüler betroffen sein, übrigens mehr Mädchen als Jungen.

Soziale Ängste betreffen die Angst vor Blamage und dem Scheitern. Betroffene Kinder sind häufig schüchtern und vermeiden beim Kommunizieren den Blickkontakt. Im Unterricht sind sie eher ruhig und unsicher. Ursachen sind häufig ein zu geringes Selbstwertgefühl und die Angst vor Kritik.

Wichtig bei der Behandlung ist ein enges Zusammenarbeiten zwischen Eltern, Lehrern und Therapeut. Bewährt hat sich bei Kindern und Jugendlichen die Hypnosetherapie. Sie ist sanft und führt zum eigentlichen Auslöser eines psychischen Problems. Zudem stärkt sie die eigenen Kräfte zur Bewältigung der bestehenden Ängste. In meiner Praxis arbeite ich dabei mit unterschiedlichen Methoden, jeweils abhängig vom Alter der Patienten. Vor allem bei jüngeren Kindern nutze ich Phantasiegeschichten; ältere Kinder und Jugendliche finden in Rollenspielen den Zugang zum Unterbewusstsein. Denn hier liegen die Ursachen der Symptome.