Vor uns steht die Zeit der kulinarischen Verführungen: Lebkuchen, Plätzchen, aber auch Braten und Desserts, machen Lust auf mehr. Mehr Genuss, mehr Kalorien. Die guten Vorsätze sind vorprogrammiert: Spätestens bis zum Sommer müssen die überflüssigen Pfunde wieder purzeln.

Was für viele Menschen ein meist steuerbares Unterfangen mit Höhen und Tiefen, ist für andere eine leidvolle, chronische Erkrankung. Adipositas ist ihr Name, zu Deutsch Fettleibigkeit. Dabei handelt es sich nicht einfach um unkontrollierte Gewichtszunahme und Übergewicht durch fehlendes Maßhalten.

Ein Problem von Alt und Jung

Wie sehr Adipositas verbreitet ist, zeigen nüchterne Zahlen: Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts in Berlin stellten fest, dass im Jahre 2013 fast jede zweite Frau in Deutschland übergewichtig war. Bei Männern kamen die Forscher sogar auf 69 Prozent. An diesen Werten hat sich bis heute nichts geändert. Sogar Jugendliche sind betroffen. Jeder dritte junge Erwachsene ist übergewichtig, mindestens fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen sind aus medizinischer Sicht fettleibig.

Adipositas birgt viele gesundheitliche Risiken. Dennoch wird die Erkrankung viel zu oft unterschätzt und in Form einer „Ess-Sünde“ als gegeben hingenommen.

Körperliche und seelische Ursachen

Die Gründe für Adipositas sind vielfältig und lassen sich häufig nicht auf die einfache Kombination aus ungesundem Essen und fehlender Bewegung reduzieren. So können Störungen des Hormonhaushalts oder genetische Faktoren zu Fettleibigkeit führen. Auch die Psyche nimmt Einfluss auf den Stoffwechsel. Bei Einsamkeit, Enttäuschungen oder Verlusten werden Probleme häufig im Genuss ertränkt. Essen übernimmt die Rolle des “Seelentrösters” – mit ungeahnten Folgen.

Betroffene geraten nicht selten in einen Teufelskreis. Denn wer an Übergewicht leidet, ist einem starken psychosozialen Druck ausgesetzt. Damit steigt die Gefahr von Folgeerkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes, Arteriosklerose und Depressionen.

Basis: Konservative Therapie

Behandlung der Wahl bei Adipositas ist eine sogenannte konservative Therapie. Hierbei werden die Ernährungsgewohnheiten analysiert und umgestellt. Ziel ist ein individueller Ernährungsplan, der sich an den persönlichen Vorlieben und gleichzeitig gesundheitlichen Ansprüchen des Betroffenen orientiert. Der Anteil von ungesunden Fetten und Kohlenhydraten wird deutlich reduziert, dafür derjenige an Ballaststoffen und Eiweiß erhöht. In vielen Fällen hilft ein Intervallfasten, selbstverständlich begleitet von einem Arzt oder Ernährungsexperten.

Begleitet wird der Ernährungsplan von einem Plus an Bewegung. Hierbei soll Fett verbrannt und Muskelmasse aufgebaut werden.

Psychologische Begleitung bei Adipositas

So einfach diese Tipps klingen, so kompliziert können Betroffenen sie umsetzen. Daher ist es sinnvoll, bei krankhafter Adipositas die ärztliche Behandlung durch eine begleitende, psychologische Therapie zu unterstützen.

Abnehmen durch einen Verzicht auf bestimmte, liebgewonnene Lebensmittel, ist für viele Menschen kein Selbstläufer. Eine Hypnosetherapie kann hier helfen. Bestimmte Lebensmittel werden im Vorgespräch definiert und für das Unterbewusstsein auf eine Art “rote Liste” gesetzt. Damit wird das Verlangen nach ihnen blockiert und die Einhaltung einer Diät viel einfacher.

Hypnosetherapie motiviert

Die Hypnosetherapie kann aber weitaus mehr. Durch Hypnose und die damit einhergehende Stärkung eigener Kräfte, können seelische Blockaden als Ursache einer Adipositas erfolgreich aufgelöst werden. Auch kann Hypnose die eigene Motivation zu einer künftig veränderten Lebensweise – mit neuen Lebensmitteln und sportlicher Aktivität – stärken oder in Gang setzen. Letztlich hilft eine Hypnosetherapie auch dabei, die seelische Ausgeglichenheit wiederherzustellen.

In meiner Praxis arbeite ich zudem mit dem Familienbrett bzw. der Familienaufstellung. Die Therapie beinhaltet Elemente aus der Gesprächs- und Schematherapie, der Kognitiven Verhaltenstherapie, Hypnosesitzungen, EMDR, EFT sowie, nicht zuletzt, der Ohrakupunktur.

 

Test: Leide ich an Fettleibigkeit?

Hier hilft der Body-Mass-Index (BMI). Man nimmt das Gewicht in Kilogramm und teilt es durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.

Beispiel:

Jemand misst 1,72 m und wiegt 70 Kilo. Daraus ergibt sich ein BMI von 70 kg : (1,72 x 1,72) = 23,7

 

Bei einem BMI > 25 spricht man von “leichter Fettleibigkeit”

Bei einem BMI > 30 liegt Adipositas vor

 

Mit einbeziehen sollte man jedoch den Bauch- und Hüftumfang. Gemessen wird vier Zentimeter über dem Beckenkamm. Dieser Wert wird durch den Hüftumfang geteilt. Normalgewicht liegt vor, wenn das Ergebnis bei Frauen < 0,8, bei Männern < 0,9 beträgt.

Bei Kindern bis zur Pubertät kann noch einfacher gerechnet werden:

Körpergröße in Metern minus 100

Beispiel:

Ein Kind ist 1,24 m groß und bringt 30 Kilo auf die Waage. Hierbei handelt es sich um deutliches Übergewicht.