Farbenfroher ist keine andere Jahreszeit. Der Herbst begeistert mit bunten Tönen und einer ganz besonderen Stimmung an sonnigen Tagen. Klingt alles nach guter Laune. Doch jede Medaille hat zwei Seiten.

Die Tage werden kürzer, die kalten und nassen Zeiten im steten Grau nehmen zu. Das schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Sie leiden am sogenannten Herbstblues, einer gedrückten Stimmung, Müdigkeit und wachsenden Antriebslosigkeit.

 

Es werde Licht

Vor einem Herbstblues mit all seinen emotional belastenden Auswirkungen helfen auch acht Stunden Schlaf nicht. Denn tatsächlich mangelt es dem Organismus an Licht. Im Herbst und dem folgenden Winter werden die Tage spürbar kürzer. Tageslicht wird zu einem kostbaren Gut, an das schwer zu kommen ist.

Doch natürliches Licht ist wichtig. Es erzeugt im Körper das Hormon Serotonin, auch bekannt als “Glückshormon”. Fehlt Tageslicht produziert der Körper den Gegenspieler, das Hormon Melatonin. Dieses nennt man auch “Schlafhormon”, weil es der Körper vornehmlich während des Schlafens ausschüttet. Es kommt zu einem Ungleichgewicht bei der inneren Uhr. Im Ergebnis fehlt das Plus auf dem persönlichen Energiekonto – und das lässt sich nicht mit Ruhe und Abschalten auffüllen. Fehlende Motivation für Bewegung oder soziale Kontakte wirkt sich irgendwann auf die Stimmung aus.

 

Herbstblues ist keine echte Depression

Ärzte nennen diesen Effekt “saisonal abhängige Depression”, kurz SAD. Wer daran leidet, hat mindestens in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Herbstblues erlebt, war stimmungsgedrückt, antriebslos, müde und hatte Rücken- oder Magenschmerzen. Schwere und belastende Symptome sollten unbedingt psychotherapeutisch behandelt werden. Nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe kommt es bei einer SAD übrigens nicht zu Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen. Das unterscheidet die SAD von einer echten Depression.

Hier meine sieben Tipps gegen die einfache Form des Herbstblues:

  1. Legen Sie einen strukturierten Tagesablauf fest. Stehen Sie jeden Tag – auch am Wochenende – um dieselbe Zeit auf. Getreu dem Motto: “Der frühe Vogel fängt den Wurm.”
  2. Frische Luft steigert die Laune. Am besten gehen Sie morgens raus. So bringen Sie behutsam den Kreislauf in Schwung, und der Körper kann Endorphine freisetzen. Die wirken anregend.
  3. Lassen Sie viel Licht ins Haus und an den Arbeitsplatz. Selbst ein wolkenreicher Tag wirkt mit seinem natürlichen Licht vier- bis fünfmal stärker und positiver als Kunstlicht.
  4. Die Bildung von Serotonin im Körper kann durch Tryptophan angeregt werden. Die Aminosäure findet man vor allem in Nüssen, Pilzen, Bohnen und Eiern. Auch Quinoa liefert viel Tryptophan. Ernähren Sie sich ausgewogen mit einem hohen Anteil an frischen Produkten.
  5. Sorgen Sie für sportliche Betätigung. Laufen oder Schwimmen fördert das Wohlbefinden.
  6. Schaffen Sie selbst Glücksmomente, in denen Sie sich freuen oder auch lachen können. Ob das Treffen mit Freunden oder ein Shoppingbummel – was Spaß macht, bringt Pluspunkte auf dem Energiekonto.

Wenn Sie mehr Informationen zu den Behandlungsstrategien bei einer schweren saisonal abhängigen Depression wünschen, rufen Sie mich unverbindlich an, oder schreiben Sie eine E-Mail.