Cannabis ist aktuell in aller Munde. Ich gebe es zu: Allein mit dieser Formulierung sollte man vorsichtig sein. Aus gutem Grund. Aus den verschiedenen Teilen der Pflanzengattung mit dem umgangssprachlichen Namen Hanf, werden unterschiedliche Produkte hergestellt. Neben Seilen, Speise- und ätherischen Ölen, entstehen aus den getrockneten Blüten und Blättern die Rauschmittel Haschisch und Marihuana. Doch längst sind auch die heilenden Wirkungen von Cannabis bekannt. Ein Beispiel ist Öl, das aus Hanf und seinem Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) gewonnen wird. CBD Öl, auch CBD Oil genannt, kommt, aufgrund seiner natürlichen, schmerzlindernden Eigenschaften, vor allem bei der Behandlung chronischer Schmerzen zum Einsatz. Doch CBD Öl kann noch viel mehr.

Wunderpflanze Hanf

Als ich zum ersten Mal vom umgangssprachlichen “Cannabisöl” hörte, war ich überaus skeptisch. Bei Hanf dachte ich, wie viele, zunächst an seine berauschende Wirkung und die negativen Folgen. Vorurteile gegenüber Behandlungsmöglichkeiten bringen Therapeuten allerdings nicht weiter. Und sie blockieren mögliche neue und überaus wirkungsvolle Heilungschancen. So begann ich, mich genauer mit Hanf, dessen medizinischen Eigenschaften sowie der Studienlage zu beschäftigen. Ich bekam Einblick hinter die Kulissen einer beeindruckenden Pflanzengattung. Je mehr ich über die zahlreichen Inhaltsstoffe von Cannabis und deren Wirkungsweise erfuhr, desto überraschter war ich.

Eigenschaften von CBD

Die Hanfpflanze enthält sage und schreibe 113 sogenannte Phytocannabinoide – so viele, wie keine andere Pflanze. Zu den Cannabinoiden zählt beispielsweise das psychoaktive THC, das in Hanf als Vorstufe enthalten ist. Dieses ist vor allem für seine berauschende Wirkung bekannt. Daneben gibt es die Vorstufe von Cannabidiol (CBD), das – im Gegensatz zum bekannten und risikobehafteten THC – kaum psychoaktiv ist. Allerdings besitzt CBD andere, überaus interessante Eigenschaften. Untersuchungen haben gezeigt, dass CBD entkrampfend und entzündungshemmend ist, Ängste lösen kann und sogar gegen Übelkeit wirkt. Vor dem Hintergrund meiner therapeutischen Tätigkeit auch und gerade mit chronisch kranken Patientinnen und Patienten, wurde ich hellhörig.

Tatsächlich wird Cannabidiol (CBD) bereits als Bestandteil verschreibungspflichtiger Arzneimittel eingesetzt, beispielsweise bei der Behandlung multipler Sklerose. Weitere Forschungsarbeiten konzentrieren sich aktuell auf die immunsupprimierende Wirkung von CBD. Sollte sich auch hier ein therapeutischer Erfolg wissenschaftlich bestätigen, könnte der Cannabis-Inhaltsstoff künftig als heißer Kandidat bei der Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen Anwendung finden. Die gute Nachricht: Wer auf die positiven Eigenschaften von CBD setzen möchte, muss nicht in die Zukunft schauen.

Ein echtes All-round-Talent

Hanf ist nicht gleich Hanf. Die speziell gezüchtete Sorte mit dem lateinischen Namen Cannabis sativa, enthält zum Beispiel wenig des psychoaktiven THC, dafür aber den höchsten Anteil an CBD. Die Pflanze ist vor diesem Hintergrund keine Drogen- sondern eine echte Heilpflanze. Das aus ihr gewonnene CBD Öl verfügt über eine große Anzahl gesundheitsfördernder Eigenschaften. CBD Öl hat übrigens nichts mit dem häufig genutzten Begriff und Produkt „Cannabisöl“ zu tun. CBD wirkt vor allem antioxidativ, schmerzlindernd und angstlösend.

Antioxidativ bedeutet, dass CBD freie Radikale auffängt und dadurch oxidativem Stress entgegenwirkt. Freie Radikale sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie sind natürliche Bestandteile unseres Körpers und regulieren die Aktivität der Mitochondrien und damit das Zellwachstum. Auch das Immunsystem setzt auf die Wirkung freier Radikale, denn sie zerstören Krankheitserreger. Sind jedoch zu viele freie Radikale vorhanden, spricht die Medizin von oxidativem Stress. Der Körper benötigt in diesem Fall ein natürliches Gegengewicht. Beispielsweise das CBD.

CBD besitzt zudem schmerzlindernde Eigenschaften. Cannabidiol setzt an bestimmten Rezeptoren des Nervensystems, dem Endocannabinoid System (ECS), an und führt auf diese Weise zu einer Reduzierung der Schmerzen. Das kann sich positiv auf chronische Schmerzzustände auswirken. Weiterhin hilft CBD bei Angstzuständen und Depressionen. Gezeigt wurde das in einer Studie, deren Teilnehmer an einer sozialen Phobie litten. Selbst bei Schlafproblemen und posttraumatischem Stress hat CBD eine positive, die Probleme verringernde bzw. auflösende Wirkung. Grund hierfür ist, laut Wissenschaftlern, der Einfluss von CBD auf das Serotonin-System innerhalb des Gehirns.

CBD Öl in der Praxis

Cannabidiol wird direkt aus der Hanfpflanze gewonnen und kommt in Form von CBD Öl zur Anwendung. In meiner Praxis setze ich hochwertiges CBD Öl eines Schweizer Herstellers ein. Zudem hat sich entsprechendes CBD in Form von Tabletten bewährt. Grund ist der Geschmack: CBD Öl schmeckt bitter und besitzt ein starkes Eigenaroma.

Wie bei allen Anwendungen ist es auch beim Einsatz von CBD Öl wichtig, vorab die individuelle Krankengeschichte zu erkennen. So vielversprechend und nachgewiesen die gesundheitlich positiven und wertvollen Wirkungen von CBD und dem Öl sind, so deutlich muss gesagt werden: Cannabidiol Öl ist kein Allheilmittel. Doch es hat seinen festen Platz bei bestimmten Behandlungsformen und Indikationen. Daher steht vor einer Therapie stets die ausführliche Anamnese.

Auswahl des richtigen Produktes

Der Markt zu CBD Öl ist bereits jetzt sehr unübersichtlich. Viele Anbieter versuchen, dem erfolgreichen Trend zu folgen, achten dabei aber wenig auf die gesundheitliche Qualität ihrer Produkte. Ich habe mich sowohl mit Herstellungsverfahren als auch mit der richtigen Anwendung beschäftigt und empfehle lediglich bestimmte Arten des CBD Öl. Von einer Bestellung über das Internet rate ich daher ab. Gerne berate ich Sie bei allen Fragen rund um CBD Öl. Grundsätzlich sollte die Anwendung unter therapeutischer Begleitung erfolgen.

Anwendungsgebiete von CBD Öl in der Zusammenfassung:

  • Schlaf- und Einschlafprobleme
  • Angststörungen / spezifische Phobien
  • Depressionen
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Begleitend bei Krebstherapien (vermindert Begleitsymptome, wie z. B. Übelkeit)
  • Hautprobleme
  • Multiple Sklerose
  • Entzündungen
  • Herz-/ Kreislaufprobleme
  • Antipsychotische Therapie