Eigentlich ist es ein Traum: Man wird vom Partner regelrecht vergöttert. Er tut alles, was einem das Gefühl vermittelt, einzigartig zu sein und auf Händen getragen zu werden. Dieses Umwerben beginnt mit Kleinigkeiten: Er hält die Tür auf, hilft in den Mantel, macht das Frühstück. Im Laufe der Zeit wird mehr daraus: Er übernimmt hier und da ein paar Aufgaben, die man eigentlich gern selbst erledigt hätte, plant Treffen mit Freunden und Bekannten und versucht immer häufiger, seine Meinung als die einzig wahre darzustellen. Stopp! Spätestens jetzt sollte man aufmerksam werden, denn der Partner könnte ein Narzisst sein.

 

Von Liebe überschüttet

Experten sprechen von “Love Bombing”. Dieser englische Begriff beschreibt die Situation sehr treffend: Am Anfang einer Beziehung wird der Partner mit Zuneigung und Wertschätzung regelrecht “bombardiert”. Kaum zu glauben, und doch ist es wahr. Trotz, oder gerade wegen dieser Euphorie, sollte man die Zweisamkeit kritisch bewerten. Denn das sprichwörtlich böse Erwachen kommt meist sehr schnell.

Spätestens beim Wunsch, eben nicht rund um die Uhr partnerschaftlich gemeinsame Sache machen zu wollen. Oder beim Vertreten einer eigenen – anderen – Meinung. All das kann eine narzisstisch veranlagte Person nämlich nicht akzeptieren. Schnell sieht man sich persönlichen, verbalen Angriffen ausgesetzt und wird als Egoist dargestellt. Typisch für eine Beziehung mit einem Narzissten ist die heile, rosafarbene Welt – solange man sich so verhält, wie er (oder sie) es wünscht.

 

Im narzisstischen Teufelskreis gefangen

“Love Bombing” hat das Ziel, den Partner zu einer willenlosen Person zu machen. Bewertet der Narzisst etwas als für sich positiv, erfolgt die “Belohnung” des Gegenüber durch überschwängliche Liebesbeweise. Handelt man jedoch entgegen der Wünsche und Vorstellungen des Narzissten, folgt die “Bestrafung” durch verbale Attacken und Rückzug. In vielen Fällen werden auch Familie, Freunde und Bekannte in das Netz des Narzissten mit eingebunden: Er diskreditiert sie und sucht nach „Beweisen“, dass ein Kontakt dem Partner nicht gut tut. Isolation und unbedingter Gehorsam sind die Ziele.

Auch, wenn die Opfer des “Love Bombing” unter der seelischen Berg-und-Tal-Fahrt leiden, ist es nicht leicht, die eigentlich dysfunktionale Beziehung zu beenden. Meist sind es Zweifel an sich selbst, geprägt durch den Einfluss des narzisstischen Gegenübers.

Nur in seltenen Fällen ist sich der “Love Bomber” seines Handelns bewusst. Denn Narzissmus hat viele Ursachen, wie beispielsweise traumatische Vergangenheitserlebnisse. Typisch für den Narzissten ist, Fehler und Schuld für negative Ereignisse grundsätzlich bei anderen zu suchen. Selbstreflexion ist ihnen fremd.

 

Kraft für den Paukenschlag

Opfer eines Narzissten sollten die Beziehung umgehend beenden, um aus dem Teufelskreis des emotionalen Missbrauchs auszubrechen. Das ist nicht leicht, denn der Narzisst wird alles dafür tun, sein Gegenüber seelisch zu bedrängen und zu verletzen. Voraussetzungen sind ein starkes Selbstbewusstsein und psychische Stabilität. Beides hat sehr wahrscheinlich im Laufe des Love Bombings Schäden genommen, kurz: Die Seele hat gelitten.

Intensive Gespräche tragen dazu bei, das persönliche, emotionale Ungleichgewicht wieder in Einklang zu bringen. Die eigenen, seelischen Kräfte werden neu mobilisiert. Auf dieser Basis können dann Strategien entwickelt werden, die narzisstische Beziehung mit Fingerspitzengefühl und, nicht zuletzt, nachhaltig zu beenden.

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