Von Trump bis Kim Jong-un: Wie sie einen Narzissten erkennen!

Kennen Sie sich mit der griechischen Mythologie aus? Dort gibt es den schönen Narziss, der anderen seine Liebe verwehrte und sich in sein eigenes Spiegelbild so sehr verliebte und schließlich durch die Unerfüllbarkeit seiner Liebe traurig stirbt.

Heutzutage spricht man von einer krankhaften narzisstischen Persönlichkeitsstörung, wenn bei einem Menschen aus Selbstwertschätzung Selbstüberschätzung wird und aus dem Wunsch nach Bewunderung eine ständige Suche nach Lob und Aufmerksamkeit existiert. Nicht nur den Alltag des Betroffenen, auch seine sozialen Beziehungen und sein Wohlbefinden ist meist stark beeinträchtigt.

Kurios: Nach außen wirken Narzissten oft selbstbewusst, selbstbezogen, selbstbewundernd und sonnen sich im Scheinwerferlicht. Innerlich sieht das jedoch fast immer anderes aus. Meist ist weder das Selbstkonzept noch das Selbstwertgefühl besonders stabil. Nicht verwunderlich, dass die Gefühlslagen des Narzissten einer Berg- und Talfahrt gleichen. Warum? Das Selbstwertgerüst ist stark von der Reaktion des Publikums abhängig. Und das bedeutet: Erfolge und große Auftritte sind zwingend notwendig. Nur durch sie erhält der Narzisst Bewunderung und Aufmerksamkeit. Er nutzt andere Menschen quasi als „Beifallspender“ zur Stabilisierung seines Selbstwertgefühls aus.

Aber wehe, wenn das Publikum nicht erwartungsgemäß mit Lob, sondern mit Tadel reagiert – Kritik stellt für die angeschlagene Seele eine Bedrohung dar. Wenn sein kleines Selbstbild infrage gestellt wird, reagiert der Narzisst mit aggressivem, beleidigenden und überempfindlichen Verhalten.

Subtypen und verschieden starke Ausprägungen werden aktuell diskutiert. So gibt es neben dem typischen großspurig-arroganten Typus á la Trump und Kim Jong-un auch einen Typ, der scheinbar gegenteilig agiert. Er ist unsicher, bescheiden und neigt dazu sich vor anderen abzuwerten. Jedoch hegt er die gleichen Grandiositätsphantasien.

1 von 100 Menschen

Laut Statistiken weist 1ner von 100 Menschen krankhafte narzisstische Züge auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Dabei scheint die psychische Störung in erster Linie vererbbar zu sein. Doch auch das soziale Umfeld hat einen bedeutenden Einfluss darauf zu nehmen, ob ein Mensch eine nazistische Persönlichkeitsstörung entwickelt. Besonders entscheidend soll die frühkindliche emotionale Bindung zu den Eltern sein. Erhält dieses nicht die Aufmerksamkeit, die es benötigt, kann es keinen gesunden Narzissmus und dadurch kein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln. In kühl-distanzierten Familienverhältnissen wirkt sich der Narzissmus als ein Selbstschutzmechanismus aus, der den Menschen vor Schmerz und Angst vor Zurückweisung schützen soll. In gut-behüteten Familien kann sich der Narzissmus durch zu hohe Anforderungen auszeichnen.

Höchste Suizidrate

Krisenerlebnisse wie beruflicher Misserfolg oder persönliche Zurückweisungen können Betroffene so stark verletzten und in ihnen das Gefühl total Wertlosigkeit auslösen, dass sie in Depressionen verfallen. Da die narzisstische Persönlichkeitsstörung die Persönlichkeitsstörung mit der höchsten Suizidrate ist, nehmen sich etwa 14 von 100 Menschen das Leben.